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  • AutorenbildAndreas Käppeli

IWC's Weg zur Einzigartigkeit

Aktualisiert: 11. Juni 2023

IWC lancierte 1999 eine klassische Werbekampagne, die für Aufsehen und Interesse sorgte. Die Werbetexte der Uhrenmanufaktur aus Schaffhausen richteten sich vorrangig an Männer. Die Inserate waren bald Kult, sodass selbst die nüchterne NZZ kommentierte: «Mit Ironie flegelt IWC gegen die Political Correctness» und die Berner Zeitung konstatierte im Werbeauftritt der Uhrenmarke einen «Hilferuf bedrängter Männer».


Foto Andreas Käppeli


Scheiben putzen ist Männersache. Bis 42 mm Durchmesser.

Wie alles begann

Im Zeitalter der Globalisierung überrascht folgende Geschichte: Der amerikanischen Uhrmacher und Ingenieur Florentine Ariosto Jones machte sich 1868 von Genf aus auf die Suche nach einem geeigneten Standort für seine geplante Uhrenmanufaktur International Watch Company. Sein Plan war, hochwertige Taschenuhren für den amerikanischen Markt zu produzieren.


Männer verdienen mehr als Frauen. Zum Beispiel eine IWC.

Jones durchquerte zuerst den Jura, folgte danach dem Rhein bis Schaffhausen und fand schliesslich, was er suchte: Strom, erzeugt durch die Wasserkraft des Rheins, handwerkliches Können der ansässigen Bevölkerung und tiefere Lohnkosten als in den USA. Mit ihrer innovativen Ingenieurskunst rund um automatische Uhrwerke machte sich die IWC rasch einen Namen. Sieben Jahre später zählte das Unternehmen bereits 196 Mitarbeitende.

Für alle, die sich rasieren im Gesicht.

IWC schuf einen UAP (Wettbewerbsvorteil in der Kommunikation)

Aber IWC war längst nicht die einzige Luxusuhr in diesem Markt. Uhrenmarken wie Rolex, Patek Philippe, Breguet, Jaeger-LeCoultre, Blancpain und Omega buhlten auch um die Aufmerksamkeit und das dicke Portemonnaies gut betuchter Kunden. In den Neunzigerjahren wollte der damalige CEO Georges Kern aus der Europa-zentrierten IWC eine globale Uhrenmarke schaffen. Deshalb machte sich IWC mit der erwähnten Werbekampagne auf den Weg zu mehr Einzigartigkeit. Und sie wirkte. Die IWC florierte zweistellig.


Frauen rauchen unsere Cohiba. Sie fahren unsere Harley. Trinken unseren Lagavulin. Lasst uns wenigstens unsere IWC.

Aktueller Werbeclip, Quelle YouTube


Wir machen Uhren für eine Minderheit. Männer.

Learnings

IWC setzte auf klassische Werbung. Mit Witz und Ironie und einem vergleichsweise kleinen Marketingbudget verfolgte das Unternehmen seine Ziele und sorgte sechs Jahre lang für Wachstum und Aufmerksamkeit sowie einen gewissen Grad an Alleinstellung.


Erhältlich ab Schuhgrösse 43.

Gemäss einer aktuellen Studie von Intervista funktioniert klassische Werbung auch heute im Zeitalter des Internets und der Sozialen Medien. Werbung auf Plakaten und Inserate in Zeitungen und Zeitschriften erfreuen sich einem Beachtungsgrad von 50%.


Passt auch zu Röcken. In Schottland.

In der Reihe Unternehmen lernen von Unternehmen erzählt Andreas Käppeli in seinem Blog Talking Marketing Geschichten aus der Wirtschaft, frei nach seinem Claim: Wer wenig weiss, muss vieles glauben.


Andreas Käppeli leitet den Publishing Business Club, einem Treffpunkt für Leader aus der Medienproduktion. Auch hier verfolgen die Teilnehmer den Grundsatz Unternehmen lernen von Unternehmen.








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